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 Betreff des Beitrags: Die Reise nach Marubo
BeitragVerfasst: So 11. Nov 2007, 00:56 
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Registriert: Sa 6. Jan 2007, 04:49
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Die Reise nach Marubo

1.Tag

Misurias Tagebuch:

Als unser Schiff, welches mit Leraja, meiner geliebten Shandala und mir den Hafen Wintertals verließ, wurde mir zum ersten Mal richtig bewusst, dass es eine längere Reise werden würde. Das Land wurde hinter uns immer kleiner und der Ozean immer größer. Der Skipper zeigte uns die zwei kleinen Kajüten, in denen wir solange wir auf See waren schlafen würden. Es war ein Raum in dem zwei Betten übereinander gebaut waren, die Wände waren aus dem gleichen dunklen Holz, aus dem das nahezu das ganze Schiff bestand. Ein herunter gekommener Stuhl und ein kleiner Tisch waren ebenfalls vorhanden. Das Zimmer wirkte sehr beengend und schmuddelig, doch schien es, als wäre es für seine neuen Bewohner gesäubert worden. Die Mannschaft selbst mied uns bisweilen, vermutlich waren wir den rauen Burschen zu seltsam. Shandala lag auf dem Deck, vollgefressen und träge sah sie dem Treiben auf dem Schiff zu und ich konnte deutlich spüren, dass die Leute sich vor ihr fürchteten.
Die See war ruhig und der Winter entfernte sich langsam - zu langsam. Deshalb beschloss ich der Reise etwas auf die Sprünge zu helfen und übte mich in der Luftmagie. Der erste Windstoß, den ich gegen das Segel sandte, versetzte die Mannschaft in Staunen und noch mehr Furcht – Mir egal.. Schließlich wollten wir alsbald unser Ziel erreichen.
Der Tag neigte sich dem Ende zu, die untergehende Sonne überzog den Himmel mit einem tiefen orange rot, ein unwiderstehlicher Anblick. Ganz im Gegensatz zum Abendessen. Der Koch, wobei ich stark bezweifle, dass er dies je gelernt hat, servierte uns Fisch zumindest nahm ich es an…Ich stieg deshalb auf die mitgenommenen Früchte um, während Shandala , noch immer gesättigt aber doch einen menschengroßen Fleischbrocken vertragen konnte. Ich werde nicht erwähnen müssen welche Reaktion daraufhin die Seefahrer zeigten.
Leraja und ich hatten noch etwas gesprochen, auch über die Dinge, die ich in diesem Land noch vor hatte und über unsere Überlebenswahrscheinlichkeit. Doch ich mache mir keine Sorgen, auch wenn es nur wenige zurück geschafft hatten… Na gut etwas Sorgen machte ich mir schon. Die Betten waren hart, jedoch übermannte mich die Erschöpfung des Tages und ich fiel in einen traumlosen Schlaf.

Lerajas Tagebuch:

Die Abreise, eigentlich weiß ich gar nicht so recht was ich schreiben soll, aber Misuria hat mir nahe gelegt, dass es mir etwas helfen würde, meine Gedanken und Eindrücke fest zu halten, damit ich etwas hätte, woran ich mich festhalten kann.
Zu Anfang ist es mir schwer gefallen Wintertal zu verlassen, schon komisch, wenn man soviel Zeit dort verbracht hat und ich mich auch nicht richtig von Aylon verabschieden konnte. Ich hoffe es geht ihm gut und dass nichts passieren wird in der Zwischenzeit.
Am Anfang stand ich nur an Deck, ich war ja noch nie der geselligste Mensch, konnte beobachten, wie bei hereinbrechender Nacht das Land immer kleiner wurde und wir uns mehr und mehr entfernten. Ich denke es ist nicht leicht keine Freundschaft mit Shandala zu schließen, sie erscheint so lebensfroh und sorglos auch wenn es sich um eine längere Reise handelt, scheint sie zufrieden.
Die Reise sollten wir in eher kleinen Räumlichkeiten verbringen, ich bin wirklich schlimmeres gewohnt von meinen Reisen zuvor, aber es war recht beengend und die Seeluft war auch nicht ganz für mein Gemüt verträglich, da mich bald etwas Seekrankheit befiel. Ich kann mich wieder glücklich schätzen ein paar Bücher mitgenommen zu haben, um etwas gegen die Übelkeit zu tun.
Von der Besatzung habe ich eigentlich nur wenig gesehen, gesprochen garnicht, aber es war beeindruckend zu beobachten wie weit Misuria schon in der Magie war und mir wirft sich die Frage auf wie schnell ich dazu lernen würde und ob die Reise mich um einiges voran bringen würde.
Der Abend brach schnell herein, schneller als erwartet und ich versuchte mich etwas abzulenken mit Lesen, um das Nachdenken einzustellen, vielleicht das aufkommende Heimweh zu unterdrücken, welches jetzt schon aufkam… wie würde dann der Rest der Reise verlaufen? Vom Abendessen nahm ich eher wenig zu mir, Fisch … ich habe noch nie viel Gefallen daran gefunden, aber mit der Übelkeit und den Gedanken gepaart, bekam ich noch weniger herunter. Vielleicht sorgte sich Misuria deswegen auch etwas, aber ich denke das wird sich alles legen wenn wir erstmal angekommen sind.
Geschlafen habe ich nach dem Gespräch nicht mehr so gut. Auch das Bett war nicht besonders bequem, wobei mich das weniger störte, mehr die Sorge und der Gedanke an Aylon, der mich wach hielt und erst spät einschlafen ließ.


2.Tag

Misurias Tagebuch:

Meer, Meer nur Meer, das war alles. Warm schien die Sonne und der Winter war nun ganz verschwunden. Schon kurz nach der morgendlichen Wäsche begab ich mich auf Deck. Mehr konnte ich nicht mehr erkennen, kein Land nichts war mehr da. Der Skipper – das konnte man unschwer übersehen hatte am Abend zuvor wohl noch etwas zu viel getrunken und hielt es wohl für besser mich nur mit einem Raunen zu begrüßen, dennoch erkundigte ich mich ob es noch die richtige Fahrtrichtung sei. Er bejahte … zu seinem Glück.
Stunde um Stunde verging, das Schiff schaukelte, die Wellen kräselten sich am Bug. Um es kurz zu fassen es passierte nichts, bis Shandala wieder lebendiger wurde. Sie tapste auf dem Schiff herum , was dieses - Gott sei dank - gut überstand. Ihre Schuppen waren auf dem ganzen Deck verstreut, bald schon würde nichts mehr darauf hin deuten, dass sie schwarz wie die Nacht das Schuppenkleid hatte. Das Rot überzog den Rücken und die Beine, nur noch wenige Stellen waren mit schwarzen Schuppen bedeckt. Ich sorgte mich etwas und sprach mit Leraja darüber. Shandala müsste, noch bevor alle schwarzen Schuppen von ihr gefallen waren, das Fliegen erlernen, sonst würde sie es nie mehr lernen. Vielleicht hatte auch ich Schuld daran, ich als sozusagen ihre Mutter konnte nicht fliegen, weshalb hätte sie es auch aus ihrer Sicht lernen sollen. Ich denke Shandala hat es bemerkt, dass ich mich um sie Sorge.
Ein Tag war nun erst vergangen, doch selbst die große Fleischration, welche wir mitgenommen hatten neigte sich schnell dem Ende zu. Wobei ich nicht zu wenig mitgenommen hatte, aber die Seefahrer fütterten Shandala fast jede halbe Stunde vor Angst. Doch meine Drohung das zu unterlassen, wirkte weder bei den Seefahrern noch bei Shandala.
Ich musste es vorantreiben und so bat ich Leraja ebenfalls mir zu helfen, mit unserer Magie das Schiff anzutreiben. Nach kurzen Pausen machten wir uns wieder daran. Bis spät in den Abend hatten wir die Magie geübt und angewendet. Mit manchen kleinen Ausrutschern. Ich möchte nur nochmal erwähnen, dass ich diesen Seemann mit dem Windstoß nicht absichtlich getroffen hatte, sodass er ins Meer gefallen war, weil er uns zugezwinkert hatte. Es war ein Versehen, Leraja wird es bezeugen können…
Auch heute war das Abendessen keinen Deut angenehmer anzusehen, also wieder nur einige Früchte und Obst. Trotz der Erschöpfung auch am heutigen Tage konnte ich keine Ruhe finden. Fast greifbar lag etwas in der Luft, Leraja und Shandala bemerkten es auch. Es war ruhig als wäre alles Leben aus dem Schiff verschwunden und der eigene Atem hallte in den Ohren nach. Bald war es schon soweit, Marubo. Am nächsten Morgen wären wir wohl schon da.

Lerajas Tagebuch:

Eher unausgeschlafen erhob ich mich am nächsten Morgen, die Mattigkeit legte sich eigentlich erst nach dem Waschen und einer Kleinigkeit zu essen, die ich von zu Hause mitgenommen hab. Langsam hatte sich auch die Übelkeit gelegt und mein Körper sich an das ewige Schaukeln und Schwanken gewöhnt. So kommt es mir zumindest vor. Der Gang an Deck ließ meine Gedanken aufhellen, wie lang ist es her das ich diese Wärme gespürt habe und die Sonne so frei von Wolken am Himmel schien? In Wintertal konnte man das eigentlich eher selten begutachten und es hat meine Laune deutlich gehoben muss ich zugeben.
Misuria sprach im Laufe des Tages mit mir über Shandala… auch mir war nicht entgangen, dass das Deck aus kaum etwas anderem als schwarzen Schuppen bestand und die Drachendame nun rötlich erscheint. Sie müsste fliegen lernen, so waren auch die Worte Misurias und auch in mir tut sich leichte Sorge auf, da sie erwähnte das dazu wohl nicht mehr viel Zeit bliebe und so hoffe ich das dies auch klappen wird.
Dennoch erschien von den Sorgen nur noch wenig, als sie mich später bat doch Magie zu üben und so die Reise etwas zu beschleunigen. Sicher tat sie das nur, um schneller voran zu kommen aber es hat schon Spaß gemacht mit ihr zusammen, zudem ist es doch noch etwas anderes ob man es erklärt bekommt und dann übt, als wenn man es alleine versucht sich anzueignen. Ich denke ich habe große Fortschritte gemacht oder hoffe es zumindest auch wenn es das ein oder andere Missgeschick gab. Misuria meinte später ich solle bezeugen, dass es nicht ihre Schuld war das der Seeman von Bord ging… aber dieser hat es dann doch mit Humor genommen und es war recht lustig.
In der Zeit habe ich wenig nachdenken können und es hat mich sehr abgelenkt. Zum Abendessen habe ich diesmal mit Misuria lieber Früchte gegessen, nochmal diesen … „Fisch“… würde ich mir wohl nicht antun, da der vergangene Happen noch schwer in meinem Magen zurück geblieben war.
Die Nacht habe ich eigentlich gar nicht geschlafen und ich hoffte, dass sich das die nächsten Reisetage noch ändern würde, aber etwas Eigenartiges liegt in der Luft und sicher hat Misuria mir gesagt wie gefährlich die Reise werden würde, aber nun will ich auch nicht mehr umkehren.


3. Tag

Misurias Tagebuch:

Der Morgen war wieder kalt, immer noch war alles ruhig und selbst die Seefahrer konnten es nun auch spüren. Sie huschten über das Deck verrichteten ruhig und schweigsam ihre Arbeit. Eine kleine Nebelblase bildete sich bei jedem Ausatmen vor dem Mund und verschwand sogleich wieder. Der Himmel war dunkelblau und es schien als würde alles stehen geblieben sein. Ein kurzer Blick genügte und es wurde einem bewusst, dass die Sonne hinter dem Nebel langsam schwand, bald war es nur noch ein schwaches Leuchten hinter der Nebelwand. Ich ging zu Shandala und beruhigte sie, auch die Drachendame war unruhig und lag auf dem Deck , wälze sich hin und her, selbst Fleisch wehrte sie ab – und das will was heißen!
Es dauerte noch einige Stunden bis selbst von dem Schiff keine Bewegung mehr zu spüren war. Waren wir angekommen? Ich hatte gelesen, dass das Land, wenn man auf einen Besuch war einen in die „Irre“ führen konnte. Jetzt erführen wir wenigstens was dieses Wort wirklich zu bedeuten hatte. Tatsächlich – jeder Kompass stand still, kein Wind, keine Wellen , nichts. So verbrachten wir nun auch vorerst die Zeit bis Leraja mir den Vorschlag machte, dass sie versuchen wollte den Nebel zu trennen. Ich war noch etwas skeptisch aber, wir hatten ja doch keine andere Wahl mehr. Sie bereitete sich vor um ihre Magie zu bündeln und ich verband die meine mit der ihrern. Es war ein Akt dem kein Zweiter folgte. Langsam lichtete sich der Nebel, wie ein Schleier zog er sich auseinander. Ich spürte wie mich langsam die Kraft verließ. Hinter dem Nebel offenbarte sich eine neue Welt. Das Schiff fuhr durch die Nebelschleier hindurch und hielt an einem alten heruntergekommenen Steg an. Leraja und ich bekamen davon kaum etwas mit. Erst als der Skipper mich am Arm schüttelte kam ich zu mir. Er wollte ebenso wie seine Mannschaft so schnell wie möglich wieder weg von dieser Insel. Shandala war bereits mit einem Satz vom Boot und erkundigte die naheliegende Gegend.
Die Seefahrer waren so „freundlich“ unser Gepäck vom Schiff aus ans Land zu werfen und drängten uns förmlich vom Schiff. Da waren wir nun, Marubo. Bevor ich noch etwas wegen unseren Lebensmitteln sagen konnte setzten die Seefahrer wieder den Kurs und verschwanden in der Nebelwand. Das war also die Situation: Keine Lebensmittel, eine gefährliche Insel, keine Kraft und ganz auf uns gestellt mit ein paar Sachen. Zugegeben, ich hatte mir das etwas anders vorgestellt, aber so war es nun mal. Die Sonne stand bereits tief. Wir wateten am Strand entlang bis wir an eine Klippwand gelangten. Etwas weiter oben entdeckte ich eine Höhle und wir machten uns auf den Weg zu dem Unterschlupf. Dort angekommen konnte man erkennen, dass die vermeintliche Höhle nicht weit in den Fels hinführte und wir beschlossen hier zu ruhen. Ein Lagerfeuer war, dank Shandala schnell entfacht. Wir berieten uns was wir am nächsten Tag alles vorhatten und freuten uns schon fast darüber kein Mahl des Schiffkochs vorgesetzt zu bekommen. Der Schlaf ließ auch nicht lange auf sich warten.

Lerajas Tagebuch:

Das komische Gefühl hat sich am nächsten Morgen nicht gelegt und selbst mir wurde ganz anders, als ich im Spiegel bemerkte wie blass ich war. In mir selbst ist ein beklemmendes Gefühl geblieben, als ich an Deck ging, erst nach Misuria welche damit zutun hatte die Drachendame wohl etwas zu beruhigen. Ich mache mir Sorgen um sie und auch um Misuria, ihr liegt viel an dem Tier… ihrer Freundin. Dass die Sonne verschwunden war, hatte ich nicht mehr mitbekommen. Alles war in Nebel gehüllt und es war frisch. Bei weitem nicht so kalt, wie in Wintertal, das muss ich zugeben aber schon eigenartig zusammen mit den Gefühlen, die sich einem aufdrängen. Unangenehm und ich muss zugeben das ich wohl auch etwas Angst hab was noch auf uns zukommen würde.
Eine eigenartige Stille scheint sich um alles ausgebreitet zu haben und ich versuch ja wirklich noch mir nicht anmerken zu lassen, dass ich mich geraume Zeit unwohl fühle. Ich habe ja nie Probleme mit Nebel gehabt, aber ich bezweifelte, dass meine Kräfte für eine Aktion um uns weiter zu bringen ausreichend wären und so habe ich Misuria den Vorschlag gemacht, ob sie es zusammen mit mir versuchen würde. Gesagt getan, mit ihr zusammen war es zwar auch kein so leichtes Unterfangen, aber der Nebel lichtet sich gemächlich und gab die Sicht frei auf das, was da vor uns lag. Ich weiß nicht mehr was mich gepackt hatte, aber erst als das Schiff hielt und der Skipper uns aufmerksam machte das wir da wären kam ich ganz zu mir. Einen Moment lang war mir etwas schwindelig aber es ging, die Mattigkeit war noch vom Morgen geblieben und Müdigkeit gesellte sich langsam dazu auch wegen des Kraftverlustes wohl.
Wir wurden eigentlich eher unfreundlich von Bord „gebeten“ unser Gepäck landete am Ufer. Kaum das auch wir Boden unter den Füßen hatte, drehte das Schiff bei und verschwand schneller als man es für möglich gehalten hätte, was mich schon etwas erstaunte. Shandala erkundete die Umgebung wie es schien und ich stand erstmal etwas ratlos da, außer unseren Sachen, welche wir für die Reise gepackt hatten, blieb uns nichts und man musste ja hoffen, egal was uns begegnet, dass es ebenso viel Angst vor Shandala hatte, wie die Mannschaft an Bord, da wir beiden doch recht Kraftlos waren nach der letzten Aktion auf dem Schiff.
Also erschien es erstmal das logischste nach einem geeigneten Unterschlupf für die Nacht zu sehen. Entlang dem Strand und bei den Klippen angekommen, fiel Misuria eine kleine Höhe auf die kaum weit reichte und uns so dazu bewegte dort unser Quartier aufzuschlagen. Trotz der trüben Stimmung fiel keinem von uns ein Witz schwer, dass man diesen Abend keinen Fisch vorgesetzt bekam, aber die Müdigkeit überkam uns wohl beide bald und ich schlief wohl das erste Mal seit Reisebeginn richtig, wenn auch traumlos.


Tag 4-8

Misurias Tagebuch:

Man mag es kaum für möglich halten, doch Shandala so mutig sie auch zu sein scheint, ist absolut unbrauchbar, wenn es um dreiköpfige Adbärler (wohl eine kranke Züchtung oder Magielaune zwischen einem Adler und einem Bären) geht! Das kennt sie nicht, sie hat sich erschrocken und weg war sie. Nur hatte sie Leraja und mich vergessen. Wir erwachten von dem Lärm am ersten Abend und errichteten sofort ein Schutzschild um uns beide herum, bis wir schlaftrunken begriffen was da vor uns immer wieder nach uns schnappte. Wie auch immer, Shandala kehrte nach einiger Zeit zurück und erledigte das Vieh mit unserer Hilfe.
Wir wanderten über den Berg, wie es sich herausstellte, hinüber wobei Shandala ab und an herunterrutschte und zaghafte Flugversuche unternahm, worüber ich trotz Angst um sie froh war.
Am Berghang entdeckten wir eine kleine Hütte. Nach einigen Überlegungen mieden wir sie - ich hatte die zwei mächtigen Magier erwähnt?! Doch als wir den Abend darauf erwachten, befanden wir uns bereits IN der Hütte. Ein blauchweißlicher Nebel war um uns herum entstanden. In der Hütte bewegte sich ein alter Mann der wohl einer der letzten Überlebenden nach dem Debakel mit den Magiern war und schon seit langem keine menschenähnlichen Wesen gesehen hatte. Der Nebel den er um uns erschaffen hatte war ohne Schwierigkeiten zu überwinden, allerdings hatte er Shandala versteckt. Wie kann man so einen riesigen Fleisch- und Schuppenberg wie Shandala verstecken? Nunja er hatte es geschafft und erst nach diversen Drohungen zeigte er uns den Weg zu ihr. Sie war in einem Erdloch, dass mit einer magischen Wand verschlossen war gefangen gewesen. Naja auf einem Baum hatte ich sie auch nicht gefesselt erwartet. Der alte Mann in seinem Wahn wollte uns zeigen wie er Shandala gefasst hatte und stürzte dabei in das Loch. Shandala verschlang ihren Peiniger, bevor wir noch irgendetwas unternehmen konnten. Sogleich verschwand die magische Wand und Shandala kletterte heraus. Spät war es schon und wir übernachteten in der Hütte.
Früh morgens zogen wir wieder weiter. Der Alte hatte eine Landkarte gezeichnet die wir gefunden hatten und nach der wir weiter gingen. Genau wusste ich es selbst noch nicht nach was wir suchen sollten, aber laut dem Buch welches ich gelesen hatte waren an dem Platz an dem das Duell der Magier gewesen sein sollte, drei Steine aufgebaut, und einer der magischsten Orte dieser Welt. Je näher wir diesem kamen desto seltsamere Dinge begegneten uns. Wesen die von der Magie verstümmelt und verformt waren kreuzten unseren Weg, manche friedlich andere nicht – Shandala mochte die unfriedlichen so bekam sie was zu fressen. Wir aßen nur noch die Beeren die uns nicht beißen wollten. Und tranken das Wasser, dass sich in unseren Händen nicht blutrot zu färben schien.

Lerajas Tagebuch:

Hatte ich gesagt das ich gut geschlafen hatte? Naja bis zu einem gewissen Zeitpunkt mag das auch wahr sein, doch erwachten sowohl Misuria, als auch ich von einem Lärm der sich um uns auftat. Wie Misuria mir später sagte waren es Adbärler gewesen die uns angegriffen hatten und Shandala hatte erstmal die Flucht ergriffen. Durch den Schlaf, den Göttern sei Dank, einige Kräfte gesammelt, konnten wir Schlaftrunken ein Schutzschild errichten und diese Wesen dann im nach hinein vernichten, nachdem auch die Drachendame zurückgekehrt war. Ich kannte die Wesen ebenso wenig, wie auch die Drachendame, so meinte Misu zumindest ,dass sie damit noch nie zu tun hatte und ich war auch schon um meine erste Erfahrung in der neuen Welt reicher.
Wir brachen dann auch bald auf und nahmen den Weg über die Berge. Shandala unternahm dabei den ein oder anderen Flugversuch, Misuria schien darüber erleichtert trotz der Sorge die sie, als auch ich um das Tier hatten. Ich hoffe doch das sie es schaffen würde es bald zu lernen.
Am Berghang angekommen, erblickten wir eine Hütte, jedoch mieden wir es dorthin zu gehen. Am Abend darauf aber erwachten wir in eben dieser, umhüllt von blauweißem Nebel. Ich kann mich nicht mehr entsinnen, wie wir in diese gekommen sind oder warum… da wir ja entschieden hatten sie nicht aufzusuchen. Der Bewohner war ein alter Mann. Anscheinend auch Magie bewandert, da der Nebel wohl sein Werk gewesen ist. Ich weiß noch, dass ich ziemlich aufgeregt war, auch wenn der Nebel nicht so schwer zu überwinden war, wie ich zumindest anfangs angenommen hatte. So hatte der Mann doch Shandala versteckt, ich hatte eigentlich nicht gedacht, dass die Drachendame so treu wäre jedem nachzulaufen und so stellte sich mir die Frage, wie er es bewerkstelligt hatte. Misuria schien zumindest darüber nicht mit sich diskutieren zu lassen, nach einer Drohung zeigte er uns schließlich, wo er sie hingebracht hatte. So neugierig wie ich gewesen war, wie der Mann es geschafft hatte das Tier in dem Erdloch gefangen zu nehmen und mit einer magischen Wand dort zu binden, so schnell legte sich das auch, als der Mann in das Loch stürzte und von Shandala verschlungen wurde. Einerseits dachte ich das er wohl vergessen hatte sie zu füttern, andererseits war er wohl selber Schuld gewesen und ich machte mir wieder bewusst, dass Drachen doch recht mächtige Tiere sind. Es war dunkel und so verbrachten wir den Abend in der Hütte, eine Wohltat eigentlich nach den Nächten auf dem Schiff und der Höhle.
Am nächsten Morgen weckte Misuria mich früh und wir brachen auch gleich auf, mit einer Karte, die der alte Mann wohl gezeichnet hatte. So hat er uns zumindest noch etwas Gutes hinterlassen. Auch klärte sie mich auf wohin wir unterwegs waren, zu einem Platz an dem ein Duell der Magier stattgefunden haben soll und welcher einer der magischsten Orte sein sollte. Mein erster Gedanke war, dass ich das Buch auch gern gelesen hätte und ich versuchte mir die ein oder andere Angst auch nicht anmerken zu lassen bei der Vielzahl von Wesen, die uns auf unserem Weg begegneten. Das gute war das Shandala so zu ihrer Nahrung kam, die wir ja nun nicht mehr hatten und so blieb es nur uns Beiden, daran etwas Essbares zu finden, was sich nicht immer so einfach gestaltete, nachdem all unsere Vorräte aufgebraucht und der Rest ja noch an Bord des Schiffes geblieben war. Ich habe oft die Besatzung verflucht in dieser Zeit… wer hat schon Lust ständig von Beeren angefallen zu werden, die man eigentlich selbst verzehren wollte.


Tag 9-19

Misurias Tagebuch:

Endlich waren wir angekommen. Von weitem sahen wir die drei Steine, ein kleiner Drachfee war uns den Weg etwas gefolgt, ich denke er hat sich in Shandala verliebt. Das Wesen war uns zumindest nicht böse gesonnen und so hatten wir es gewähren lassen uns zu folgen. Doch als wir nun vor den Steinen standen verschwand es plötzlich. Ein merkwürdiger Geruch lag in der Luft und wieder war es Still. Wir sahen uns um, doch nichts war zu erkennen – mal wieder. Wir gingen langsam auf die Steine zu bis wir vor einer Feuerwand die aus dem nichts kam zurück schreckten. Sogleich war sie auch wieder verschwunden. Eine schwarze Schlange schlängelte sich um einen der Steine, auf dem anderen saß eine weiße Eule. Hinter dem mittleren Stein kam ein Wesen hervor das man kaum in Worten beschreiben konnte. Es war als wären alle Wesen in ihm vereint, die Züge seines Gesichtes schienen weder gut, böse oder neutral zu sein. In meinem Kopf hallte laut und klar mit einer unwirklichen Stimme eine Frage „Was wollt ihr hier?“ Shandala verkroch sich hinter mir und sah ebenso missmutig wie ich zu dem Wesen. Stotternd vor Erstaunen gelang es mir zu antworten „Wwir kommen auf der Suche nach wissen...“. Für eine kurze Zeit war es still, dann hallte die Stimme des Wesen uns entgegen: „ So sei es denn. Ihr bekommt was ihr verlangt und ich werde mir von euch etwas nehmen, doch dann kehrt nie wieder auf diese Insel zurück!“ Noch bevor wir etwas dagegen sagen konnten oder reagieren, verschlang uns ein Nebel der sich weich um uns legte.

Lerajas Tagebuch:

Nach einigen Tagen Marsch sind wir angekommen, von weitem erkannte man die Steine und Begleitung hatten wir auch gefunden. Eine kleine Drachenfee war uns den Weg bis hierher gefolgt, es schien nicht, dass sie uns etwas böses wollte aber ich erwischte mich selbst des öfteren, dass ich darauf achtete was das Wesen tat. Bei den Steinen angekommen war es dann aber plötzlich verschwunden, dafür dass es zuvor so anhänglich gewesen war, wunderte es mich schon schwer. Diese bedrückende Stille lag auf diesem Ort, welche mir schmerzlich bekannt vor kam und ein eigenartige Geruch lag in der Luft. Es macht einen vorsichtig und auch Angst, so oft ich es auch zu verbergen versuchte, bin ich mir ziemlich sicher dass Misuria das mitbekam. Wir näherten uns den Steinen, da nichts zu erkennen war in der Umgebung. Aus dem Nichts trat eine Feuerwand auf. Wir schreckten wohl gleichzeitig zurück, als das diese uns erwischen könnte und so war sie auch schon wieder verschwunden. Der Blick auf die Steine ließ mich etwas schaudern, eine schwarze Schlange wand sich um den einen Stein, auf dem anderen saß eine weiße Eule, so sehr ich diese Tiere auch mag, so sehr erschreckte es mich in diesem Moment auch… es hatte etwas ehrfürchtiges wie sie da waren, die Tiere. Hinter dem mittleren Stein kam ein Tier hervor, ich hätte nicht in Worte fassen können welches es wäre, so vielseitig erschien es in meinen Augen, jedoch gab es mir weder den Eindruck von einem guten oder einem bösen Gesichtsausdruck. In meinem Kopf kämpfte Vernunft, Angst und Ehrfurcht um die Vorherrschaft und so vernahm ich auch die Antwort auf die Frage, welche auch ich klar in meinem Kopf vernahm was wir wollten ….


Tag 20

Misurias Tagebuch:

Ich erwachte aus einem merkwürdigen Traum. Ich spürte Sand unter mir und hörte ein sanftes Meerrauschen. Was war nur geschehen? Ich sah‘ um mich, wo war Lera.. ahh, neben mir im Sand erwachte auch sie gerade. Ich fühlte dass etwas geschehen war, seit wir diese Begegnung hatten, doch konnte ich es nicht richtig deuten. Alles war in Dunkelheit gehüllt. Wie lange hatten wir geschlafen? Leraja konnte mir auch keine Antwort geben, sie wusste ebenfalls nur noch von der Begegnung mit dem Wesen. Ein großer Schatten zog plötzlich über mich hinweg. Als ich zum Himmel auf sah erblickte ich Shandala. Konnte das möglich sein? Ihre schwarzen Schuppen waren vollkommen ausgefallen, ein leuchtend roter Drache schwebte über uns. Nun war mir klar, dass wir auf seltsame Art und Weise mehrere Tage hier verbracht hatten. Ich richtete mich auf und sah mich um. Eine hallende Stimme ertönte „Geht nun fort, und kehrt nie wieder zurück!“ es folgte ein seltsames Lachen, dass nicht zu deuten war. Ich beschloss, dass wir uns das nicht noch einmal sagen lassen sollten und öffnete ein rot schimmerndes Portal, welches uns direkt nach Wintertal befördern sollte. Shandala landete neben mir und ging ,gefolgt von Leraja, durch das Portal hindurch. Ich drehte mich noch einmal kurz um und folgte dann den Beiden.


Lerajas Tagebuch:

Ich hatte das Gefühl Stunden geschlafen zu haben... vielleicht auch Tage? Genau kann ich das nicht bestimmen. Misuria war es die mich weckte und auch gleich fragte, ob ich noch greifen könnte nach dem was geschehen war doch außer der Begegnung mit den Wesen, blieb jede Erinnerung aus. Wir waren am Strand, das Meer rauschte leise und trug eine salzige Brise mit sich, als ein Schatten mich aufsehen ließ und es dauerte einen ganzen Moment bis ich erkannte was es war das da Himmel seine Bahn flog. Irgendwie hat es mich erleichtert den nun gänzlich rot erscheinenden Drachen so zu sehen und es befreite mich etwas von der Angst, die mir noch in den Knochen hing, ob der recht erschreckenden Begegnung mit den Wesen der Insel. Ich denke Misuria wird in der Art das selbe gedacht haben, denn sie war es, die das Portal öffnete und uns so den Heimweg ermöglichte. Ich muss sagen es freut mich ungemein in dem Moment daran zu denken, Wintertal wieder zu sehen und Aylon. Nach Shandala trat ich so durch das Portal.

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Drache? Drache?! DRACHEEEEE!

- Ich denke das sagt alles!

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"Der Vorteil der Intelligenz ist, dass man sich dumm stellen kann. Andersrum ist es schon schwerer"


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